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Sehr geehrte Fraktionsvorsitzende des Deutschen Bundestages,

die Verabschiedung der Völkermord-Resolution im Bundestag löst nicht nur in der Türkei Unmut aus. Auch unter den europäischen Türken sorgt die Entscheidung für reichlich Verärgerung und Unverständnis. Die Resolution über den so genannten Völkermord fördert weder das deutsch-türkische, noch das europäisch-türkische, noch das armenisch-türkische Verhältnis. Wir stellen sowohl Ihnen als auch uns selbst die Frage, welchen Nutzen diese Entscheidung den deutsch-türkischen, europäisch-türkischen und armenisch-türkischen Beziehungen bringen.

Die Resolution des Bundestags, die eine vermeintliche Schlichtung beabsichtigte, führt genau zum Gegenteil. In dem der Bundestag für eine Seite Partei ergreift und die andere beschuldigt, trägt er eben nicht zur Lösung des Konflikts zwischen Türken und Armeniern bei, sondern reißt noch tiefere Gräben auf. Wie Staatsministerin Aydan Özoğuz (SPD) im Vorfeld der Resolution bekräftigte, werden hier eher Türen zugeschlagen als geöffnet.

Wir beanstanden und kritisieren das Verhalten einiger türkischstämmiger Abgeordnete des Bundestags in Bezug auf die Resolution über den so genannten Völkermord. Wir weisen jedoch eindringlich darauf hin, dass wir jegliche Drohungen gegenüber diesen Damen und Herren verurteilen. Undemokratische Verhaltensweisen gegenüber Menschen teilen wir ausdrücklich nicht und laden die europäischen Türken dazu ein, sich in ihrer Kritik nicht von dem demokratischen Rahmen zu entfernen. Der Ort, an dem Politikerinnen und Politiker zur Rechenschaft gezogen werden, ist einzig und allein die Wahlurne.
Als Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) sind wir daran interessiert, dass das deutsch-türkische Verhältnis ausgebaut wird. Unsere Wurzeln sind zwar in der Türkei, aber unsere Gegenwart und Zukunft ist in Europa und Deutschland.

Wir europäischen Türken wünschen uns in Zukunft eine intensivere Kooperation und würden es begrüßen, in Entscheidungsprozesse stärker eingebunden zu werden.

Bülent Bilgi
UETD Generalsekretär

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Offener Brief an die Fraktionsvorsitzenden und Abgeordneten des Deutschen Bundestags Download

 

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