Die Wahl von NRW hat einen historischen Wechsel gebracht, denn in der 50-jährigen politischen Geschichte kam es erst zum zweimaligen Wechsel. Einmal von 2004 bis 2009 wurde das Land von CDU und FDP regiert und nun ab 2017 durch ebenfalls andere Parteien als die SPD und ihre Koalitionspartner, häufig die Grünen. Es war ein sehr harter Wahlkampf. Genauso hart werden sicherlich auch Koalitionsverhandlungen für die Regierungszeit zwischen CDU und FDP beginnen, jedoch ist die Aufgabenstellung bereits jetzt klar.

Es gilt die Hauptprobleme des Landes NRW zu lösen: besser Bildungspolitik, bessere Wirtschaftspolitik, bessere Infrastrukturpolitik, bessere Sicherheitspolitik, bessere Migrationspolitik etc. Die Bürger haben für das bürgerlich-liberale Bündnis gestimmt und erwarten ein Aufbruch im Land, Stärkung der Mitte der Gesellschaft und Entscheidungen mit Augenmaß. Wenn CDU und FDP die Einigung – sowohl personell als auch inhaltlich – nicht vernünftig gestalten, wird sie dies Stimmen bei der Bundestagswahl kosten. Beide Parteien sind sich dessen bewusst und werden mit großer Mühe versuchen, alle Differenzen zu lösen und ihre Regierungsfähigkeit unter Beweis stellen. Denn die NRW Landtagswahl ist stets ein Stimmungstest für die kommende Bundestagswahl, da das Land einer der bevölkerungsreichsten Bundesländer ist.

Zu genaueren Detailinformationen:
https://www.wahlergebnisse.nrw.de/landtagswahlen/2017/

Spitzenkandidaten der Parteien:

Spitzenkandidat der SPD ist Hannelore Kraft
Spitzenkandidat der CDU ist Armin Laschet
Spitzenkandidat der Grünen ist Sylvia Löhrmann
Spitzenkandidaten der Linken sind Özlem Demirel und Christian Leye
Spitzenkandidat der FDP ist Christian Lindner
Spitzenkandidat der Piraten ist Michele Marsching
Spitzenkandidat der AfD ist Marcus Pretzell

Ergebnis der Wahl:

Prognosen:

Die Prognosen sahen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden großen Parteien und vor allem die Grünen und die AfD mit hohen Prozentzahlen. Linke wurde mit 5 % als neue Partei im Landtag NRW gehandelt und die FDP stabil auf ca. 7 % gesehen.

Tatsächliches Ergebnis:

 

Überhandmandate wurden jetzt nicht mit abgebildet. Erst wenn der Landtag seine konstituierende Sitzung hat, werden die Sitze konkret dargestellt.

Daten:

13.164.832 Wahlberechtigte (2012: 13.262.049)

65,2 % (8.579.042) haben sich an der Wahl beteiligt (2012: 59,6%)

8.487.373 gültige Stimmen

91.669 ungültige Stimmen

 

Vergleich zu 2012 Verlust und Gewinn der Parteien:

 

 

Wählerwanderung (laut rp-online):

Die CDU hat die Wahl gewonnen, weil sie gegenüber 2012 viele Nichtwähler und SPD-Wähler von sich überzeugen konnte.

Wie die Daten zur Wählerwanderung von Infratest dimap zeigen, verloren die Konservativen nur relativ wenige Stimmen an die FDP, nämlich 190.000. Gleichzeitig wanderten aber auch 140.000 Wähler der FDP zur CDU ab, so dass das Defizit an dieser Stelle gar nicht so groß ist.

Etwa 200.000 bisherige CDU-Wähler verstarben. Zugewinne gab es aber vor allem von der SPD (+380.000) und noch mehr aus dem Lager der Nichtwähler (+500.000). Die Liberalen profitierten außerdem von einem großen Zuwachs von ehemaligen SPD-Wählern (+ 180.000 Stimmen).

Rot-Grün konnte diese Zugewinne von CDU und FPD nicht kompensieren. Zwar erhielt die SPD 360.000 Stimmen von bisherigen Nichtwählern. Gleichzeitig gaben auch viele Menschen, die 2012 grün gewählt hatten, den Sozialdemokraten ihre Stimme – vielleicht, weil die Umfragen vor der Wahl ein knappes Rennen zwischen SPD und CDU prophezeit hatten. 180.000 Stimmen verloren die Grünen an die Roten – sicherlich schmerzhaft für die Partei.

Gleichzeitig verlor die SPD aber Wähler nicht nur an die CDU und FDP. 270.000 SPD-Wähler aus dem Jahr 2012 sind inzwischen verstorben, 190.000 wählten 2017 überhaupt nicht.

Bei der AfD fällt auf, dass 300.000 Personen, die zuvor kleine Splitterparteien („Sonstige“) gewählt hatten, sich nun von der Alternative für Deutschland überzeugt fühlten. Ein weiterer großer Teil kam aus dem Lager der bisherigen Nichtwähler (+120.000).

 

Probewahl bei den U18:

 

Die Probewahl bei den unter 18-jährigen zeigt, dass die Jugend grundsätzlich SPD orientiert ist und nach ihren Stimmen Rot-Grün und sogar zur Not mit den Linken regieren würde. Dieses Bild entspricht auch den jahrelangen Erfahrungen. Je älter die Wähler werden, desto konservativer wählen sie.

Einzelne Städte und Stadtteile mit hohem Migrantenanteil:

 

Duisburg

GESAMT DUISBURG

 

Anzahl Prozent
SPD 72.921 37,57 %
CDU 45.742 23,57 %
GRÜNE 9.608 4,95 %
FDP 18.433 9,50 %
PIRATEN 2.104 1,08 %
DIE LINKE 11.574 5,96 %
NPD 1.327 0,68 %
Die PARTEI 1.870 0,96 %
FREIE WÄHLER 1.036 0,53 %
BIG 1.045 0,54 %
FBI/FWG 70 0,04 %
ÖDP 195 0,10 %
Volksabstimmung 209 0,11 %
TIERSCHUTZliste 1.818 0,94 %
AD-Demokraten NRW 1.353 0,70 %

 

Köln

GESAMT KÖLN

 

Anzahl Prozent
SPD 132.187 28,11 %
CDU 124.868 26,55 %
GRÜNE 55.527 11,81 %
FDP 64.902 13,80 %
PIRATEN 4.972 1,06 %
DIE LINKE 39.511 8,40 %
NPD 790 0,17 %
Die PARTEI 6.190 1,32 %
FREIE WÄHLER 1.768 0,38 %
BIG 1.421 0,30 %
FBI/FWG 140 0,03 %
ÖDP 1.073 0,23 %
Volksabstimmung 392 0,08 %
TIERSCHUTZliste 3.055 0,65 %
AD-Demokraten NRW 969 0,21 %